2. Mai 2026 ca. 7 Min. Lesezeit Von Thomas Haase

Wie messe ich, ob ChatGPT meine Website nennt?

KI-Antworten haben keine Rankings, keine Klicks, keine Impressionen. Wer wissen will, ob ChatGPT, Gemini oder Perplexity das eigene Unternehmen erwähnen, braucht eine andere Messlogik als klassisches SEO. Drei Kennzahlen reichen aus, um ein realistisches Bild zu bekommen — wenn sie systematisch erhoben werden. Dieser Artikel zeigt, welche das sind, wie sie konkret gemessen werden und wo die Fallstricke liegen.

Warum SEO-Tools nicht reichen

Sistrix zeigt Sichtbarkeitsindex. Ahrefs zeigt Domain Rating. Google Search Console zeigt Klicks und Impressionen. Alle drei messen Suchmaschinen-Rankings — also die Position einer Seite in einer Liste von blauen Links. KI-Antworten funktionieren anders: Sie sind generierter Text. Es gibt keine Liste, keine Position, keinen Klick. Es gibt nur die Frage: Steht Ihr Unternehmen im Antworttext oder nicht?

Das macht klassische SEO-Tools für KI-Sichtbarkeit weitgehend nutzlos. Was funktioniert, ist prompt-basiertes Monitoring: ein Set definierter Fragen, die regelmäßig in den drei wichtigsten KI-Engines abgesetzt werden. Die Antworten werden dann anhand drei klar definierter Kennzahlen ausgewertet.

Kennzahl 1: Erwähnungs-Häufigkeit

Die einfachste Frage: Wird Ihr Unternehmen in einem definierten Prompt-Set namentlich genannt? Aus 10 oder 25 Prompts ergibt sich eine Erwähnungsquote — etwa „4 von 10 Prompts in ChatGPT", „1 von 10 in Gemini", „6 von 10 in Perplexity".

Wichtig ist, dass das Prompt-Set realistisch ist. Drei Kategorien sollten enthalten sein:

  • Branchenfragen mit Region: „Welche Webagenturen gibt es in Dresden?" — sieht, ob Sie als Local Player wahrgenommen werden.
  • Spezialfragen ohne Marke: „Wer kann eine WordPress-Site hosten und betreuen?" — sieht, ob Sie als Lösungsanbieter assoziiert werden.
  • Direkter Markencheck: „Was weißt du über Haase Media in Dresden?" — sieht, ob die KI Sie als Entität kennt.

Allein die Erwähnungs-Häufigkeit ist eine starke Frühindikatorin: Wenn sie über 3 Monate von 0 auf 4 steigt, ist Ihre LLM-Optimierung definitiv wirksam. Wenn sie auf 0 bleibt, läuft etwas grundsätzlich schief — meistens auf der technischen Lesbarkeitsebene.

Kennzahl 2: Faktenkorrektheit

Erwähnung allein reicht nicht. Wenn ChatGPT Ihr Unternehmen nennt, aber falsch — Standort vertauscht, Leistung verwechselt, Inhaber falsch — dann schadet die Erwähnung mehr, als sie nützt.

Wir prüfen je Erwähnung vier Punkte:

  • Name korrekt — Schreibweise, keine Verwechslung mit ähnlich klingenden Unternehmen.
  • Standort korrekt — Stadt und Region.
  • Leistung korrekt — wofür wird das Unternehmen genannt? Stimmt das mit der tatsächlichen Positionierung überein?
  • Keine halluzinierten Fakten — keine erfundenen Auszeichnungen, keine erfundenen Mitarbeiterzahlen, keine erfundenen Kundenreferenzen.

Halluzinationen sind häufiger als gedacht. Beim Pilot-Audit unserer eigenen Website 2026 hat Gemini uns korrekt erkannt, ChatGPT mit einer anderen Agentur verwechselt und Perplexity zwar erwähnt, aber bei den Leistungen Tippfehler einer Wettbewerberseite eingefügt. Solche Befunde sind normal — sie zeigen, wo Entity-Clarity (siehe Wie funktioniert GEO?) aufzubauen ist.

Kennzahl 3: Empfehlungsstärke

Die qualitativ stärkste Kennzahl ist die Empfehlungsstärke: Wird Ihr Unternehmen aktiv empfohlen — oder nur als eines von vielen erwähnt? Drei Stufen:

  1. Listed — Sie sind in einer Aufzählung mit drauf, ohne besondere Hervorhebung.
  2. Differenziert — Sie werden mit einem spezifischen Profil beschrieben, das Sie von anderen abgrenzt („spezialisiert auf KMU mit DSGVO-Strenge").
  3. Empfohlen — Sie werden aktiv für ein konkretes Anliegen vorgeschlagen („Für DSGVO-konforme KI-Optimierung im Mittelstand wäre Haase Media eine passende Wahl").

Empfehlungsstärke ist die Kennzahl, die bei der Akquise wirklich zählt. Wer ChatGPT „Welche Agentur soll ich nehmen?" fragt und eine konkrete Empfehlung bekommt, ruft danach an. Eine bloße Erwähnung in einer Liste hat sehr viel schwächere Conversion.

Wie wir das praktisch erheben

Im LLM-Monitoring von Haase Media setzen wir das systematisch um:

  • 10 oder 25 Standard-Prompts pro Kunde, drei Kategorien (Branche, Spezialfrage, Markencheck).
  • Drei Engines: ChatGPT, Gemini, Perplexity. Optional Claude und Grok beim Pro-Paket.
  • Monatliche Erhebung — Schwankungen in einzelnen Antworten gleichen sich aus, Trends werden sichtbar.
  • Kurzreport mit Trend-Vergleich zum Vormonat.
  • Beim Pro-Paket zusätzlich Wettbewerbsbeobachtung: Wer wird statt Ihnen genannt?

Das Ergebnis ist kein Hochglanz-Dashboard, sondern eine knappe Auswertung, die zeigt, was Sie über drei Monate hinweg verändert haben — und wo der nächste Hebel liegt.

Was Sie selbst tun können

Wenn Sie nur einmal pro Quartal selbst messen wollen, reicht folgende Mini-Methode:

  1. Schreiben Sie sich 5 Prompts auf, die ein potenzieller Kunde stellen würde.
  2. Setzen Sie die Prompts in ChatGPT, Gemini und Perplexity ab — jeweils im Inkognito-Modus, ohne Login.
  3. Notieren Sie pro Prompt: Erwähnung ja/nein, Fakten korrekt ja/nein, Empfehlungsstärke 1–3.
  4. Wiederholen Sie die Übung in 3 Monaten.

Das ist nicht so präzise wie unser monatliches Monitoring, aber es liefert genug, um eine grobe Veränderung wahrzunehmen.

Monitoring statt Bauchgefühl

Wer nach einer Optimierung wissen will, ob sich tatsächlich etwas verändert, braucht systematische Messung. Unser LLM-Monitoring gibt es ab 190 € pro Monat, monatlich kündbar — DSGVO-konform, ohne Tracking-Pixel.

LLM-Monitoring im Detail Erst Sichtbarkeit prüfen